Dienstag, 24. April 2018

Erinnerung an Kiserian



Sechs junge Mädchen in einem Pick-up-Käfig, der sich rumpelnd und mit wachsender Geschwindigkeit vorwärts bewegt, so dass wir uns festhalten müssen, um nicht durcheinander geworfen zu werden. Trotzdem stoßen wir uns gelegentlich Kopf, Ellenbogen und Knie. Draußen braust die Landschaft vorbei, Bäume strecken ihre dornigen Finger nach uns aus, während sich der vergitterte Himmel von Minute zu Minute verdunkelt – es ist Abend. Einzelne Mücken schwirren um unsere Köpfe. Die Sonne versinkt hinter den Bergen, die wir mit dem Geländewagen erklimmen: Wir, das sind Martin und Pastor Nelson, die vorne sitzen, und wir sechs Mädchen hinten im Käfig: Regina, Miriam, Edna, Margaret, Beate und ich. Es ist unsere erste Fahrt dieser Art, Beate und ich sind erst seit wenigen Tagen in Kiserian, Kenia, und alles ist neu und ungewohnt und aufregend. Martin möchte den Jesusfilm in einem Dorf oben in den Bergen zeigen, und Beate und ich wollten natürlich unbedingt mitkommen.

Die vier anderen Mädchen hinten auf der vergitterten Ladefläche kennen wir noch nicht, aber das macht nichts. Berührungsängste hat keine von uns. Das laute Motorengeräusch sowie das Knirschen und Rumpeln der Steine unter den Reifen machen die Unterhaltung nicht leicht, aber so schreien wir uns eben freundlich an und lächeln darüber hinweg, dass wir kaum ein Wort verstehen. Wie es denn so ist in Deutschland, wollen sie wissen – in ihrer Vorstellung ist es dort immer furchtbar kalt, so kalt, dass sie selbst dort nicht überleben könnten, und außerdem sind alle Menschen in Deutschland reich. Völlig Unrecht haben sie damit jedenfalls nicht. Sie fragen auch, ob wir schon verheiratet sind, schließlich trage ich einen verräterischen Ring am linken Ringfinger; dort, wo in Kenia normalerweise der Ehering hingehört. Ich lache und erzähle von meinem boyfriend, nicht ahnend, dass dieses Wort hier eine etwas andere Bedeutung hat, aber wie hätte ich ihre Frage sonst beantworten sollen? Beziehungen funktionieren eben überall ein bisschen anders, und wie sie hier, in Baringo, funktionieren, darüber weiß ich praktisch noch gar nichts. Die Mädchen lachen, tauschen Blicke, und ich bin irritiert, aber dann stimmt Regina ein Lied an und ich denke einfach nicht mehr darüber nach.

“Bring glory to Jesus, bring glory to Yahweh! I love you, Jesus, you are my Savior!” Regina gibt als Vorsängerin den Refrain vor, den wir anderen nachsingen, und dann wandelt sie die Strophen immer neu ab, während wir fünf den Refrain zwischendurch ständig wiederholen. Es sind wunderschöne Stimmen, so voll und laut, und es steckt so vieles in ihnen, von dem wir noch nichts ahnen: so viel Freude, aber auch Schmerz, Stärke und Stolz und Leben und Weiblichkeit… mit ihren Stimmen entführen uns die vier in eine andere Welt, in ihre Welt, mit jeder Zeile kommen wir ein bisschen mehr in Kiserian an. Beate und ich singen tapfer mit, aber die anderen Mädchen übertönen uns völlig, worüber wir ganz dankbar sind – unsere Stimmen hören sich so viel dünner an…

Irgendwann erreichen wir das Dorf und klettern von der Ladefläche. Es ist inzwischen dunkel geworden, die letzten Sonnenstrahlen werden bald verschwunden sein. Martin nutzt das verbliebene Tageslicht, um die Leinwand und den Projektor aufzubauen. Er spannt ein großes, weißes Laken zwischen die Holzträger des Vordachs der kleinen Kirche. Das Laken flattert, es ist windig, aber es hält. Der Filmprojektor steht hinten auf der Ladefläche des Pick-ups. Alles ist vorbereitet.


Aber zuerst gibt es was zu essen: Jemand drückt Martin, Beate und mir jeweils einen Teller in die Hand: Ugali und Sukuma wiki, festen Maisbrei und Gemüse –  für Beate und mich eine Prämiere. Wir setzen uns auf große Holzscheite, inzwischen kann man kaum noch die Hand vor Augen sehen, und lassen uns von Martin in die hohe Kunst des Ugali-essens einweihen. Zuallererst wäscht man sich natürlich die Hände mit dem Wasser, das die Gastgeber einem reichen. Dann bricht man mit den Fingern kleine Stücke des Ugalis ab, knetet diese in der Hand zu festen Kugeln und taucht sie in den Sukuma. Sukuma wiki, was so viel bedeutet wie push the week, ist ein beliebtes Gemüse, das in etwa Spinat oder Kohl ähnelt. Von den großen grünen Blättern wird zuerst der Stiel großzügig entfernt. Dann legt man die Blätter aufeinander und rollt sie eng zusammen, um sie nun mit einem großen Messer in möglichst dünne Streifen zu schneiden. Der Sukuma wird gemeinsam mit Zwiebelwürfeln zuerst in etwas Fett angebraten und dann mit Wasser gedünstet; oft kann man auch Tomaten, Ei oder Fleischstücke darin finden, dann schmeckt er noch besser. In Kiserian essen die meisten Menschen jeden Tag Ugali und lieben es; auch davon haben wir noch keine Ahnung.

Nach dem Essen gesellt sich Jane zu uns, ein junges Mädchen, das auch den ganzen Weg aus Kiserian gekommen war, um den Film zu sehen. Für den Rest des Abends weicht sie uns nicht von der Seite, worüber ich sehr froh bin, denn sie spricht auch Englisch und erklärt uns, was um uns herum passiert. Inzwischen haben sich allerhand Menschen um die Leinwand versammelt, Männer, Frauen und Kinder, in einem großen Halbkreis, entweder auf Holzbänken, Steinen und dem Boden sitzend oder auch stehend. Über uns allen breitet sich der schwarze Nachthimmel aus, wolkenklar, mit Millionen und Abermillionen Sternen – einen so überwältigenden Anblick des Weltalls habe ich noch nie zuvor erlebt! Ich kann sogar, zum ersten Mal in meinem Leben, Sternschnuppen aufblitzen sehen. 

Ein Mann hält eine Andacht; wir lauschen seinen Worten und genießen den Moment: mit etwa 200 Menschen mitten in der Abgeschiedenheit der Berge unter sternklarem Himmel zu sitzen, als wäre das das selbstverständlichste von der Welt! Na ja, für die allermeisten von uns ist es das auch.
Nun kommen auch die Moskitos – so ein Festmahl können sie sich unmöglich entgehen lassen… Einmal spüre ich eine kleine Hand, die sich von hinten auf meinen Arm legt und mir durch die Haare fährt, ganz vorsichtig, nur einmal die Mzungu berühren… 

Jetzt legt Martin endlich die erste Filmrolle ein und es kann losgehen. Gezeigt wird der Jesusfilm, den Beate und ich auch aus Deutschland kennen, gewissermaßen ein internationaler Klassiker, der hier von einem Sprecher auf Maa (der Sprache der Maasai) erzählt wird, während die Bilder auf der Leinwand vorbeirauschen. Es kommen immer mehr Menschen dazu, alle drängen sich zusammen, wir staunen gemeinsam – manchmal lachen die Leute auch auf oder machen Laute der Empörung. 
In einer Szene kann man für einen kurzen Moment im Menschengewühl Jerusalems einen Mann mit dunkler Hautfarbe erkennen – da geraten die Zuschauer in helle Begeisterung. Irgendwann bricht der Film ab – Martin muss die Filmrolle wechseln. Um die Pause zu überbrücken, stimmt eine Frau irgendwo in der Menge ein Lied an, und nach und nach fallen alle mit ein in den Gesang unter den Sternen, wunderbar! 



Als der Film zu Ende ist, baut Martin den Projektor ab und packt das Laken wieder ein, wir steigen  zurück in unseren Käfig und brausen zurück, durch die schwarze Nacht. Nach einigen Minuten hält  der Pick-up: Ein anderes Fahrzeug auf dem Weg hatte eine Reifenpanne. Martin öffnet die Klappe des Autos und eine Gruppe Leute stieigt zu uns auf die Ladefläche. Jetzt wird es richtig eng, wir sitzen dicht an dicht. Die Rückfahrt erscheint mir endlos; vom langen Sitzen auf den Holzbänken tut mir der Po weh, und außerdem setzen uns die Moskitos zu. 

Es ist so finster, dass wir kaum sehen können, mit wem wir da Knie an Knie, Arm an Arm sitzen; wir werden durchgeschüttelt und stoßen uns alle möglichen Körperteile an und gehören einfach dazu. Im Dunkeln sind alle Katzen grau. Und alle Menschen schwarz. Auf der Rückfahrt singen und reden wir nicht. Wir hängen wohl alle unseren Gedanken nach. Es war ein besonderer Abend, ich weiß es alles noch ganz genau...








Freitag, 20. April 2018

1000 Fragen (#15)



281. Malst du oft den Teufel an die Wand?
Manchmal geht das Kopfkino ein bisschen mit mir durch, aber im Großen und Ganzen schaffe ich es, Situationen recht realistisch einzuschätzen und hoffnungsvoll durchs Leben zu gehen.

282. Was schiebst du zu häufig auf?
Telefonate. Behördenkram. Hasse ich. Unliebsame Hausarbeiten (wie Fensterputzen oder Schränke auswischen oder solche Sachen).

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?
Tiere sind genauso wie wir Menschen Geschöpfe Gottes. Aber der Wert eines Menschen geht meiner Meinung nach noch darüber hinaus, einfach weil er als Ebenbild Gottes geschaffen ist.

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?
Manchmal werde ich mir meiner selbst bewusst, wenn ich irgendwo mein Spiegelbild sehe oder merke, dass ein Blick auf mir ruht. Das ist aber eher ein Bewusst-werden meines Körpers, glaube ich. Und ich muss sagen, dass ich diese Momente unangenehm finde.

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?
"Wir erinnern uns nicht an Tage, wir erinnern uns an Augenblicke." Dieses Zitat von Cesare Pavese kann ich gut nachvollziehen. Es sind nämlich nur einzelne Momente, die mir unvergessen sind: Das erste Mal mein Kind im Arm halten, ein Sonnenaufgang in Kenia, hoch oben auf einer Burg in Portugal mit meinem Liebsten... 

286. Was wagst du nicht dir einzugestehen?
Das kann ich mir ja nicht eingestehen...

287. Bei welcher Filmszene musst du weinen?
Bei vielen. Es muss nicht immer jemand sterben oder ein schnulziges Liebesgeständnis machen, um mich zum Weinen zu bringen. Manchmal sind es ganz kleine, für andere Zuschauer unscheinbare Momente, die mich sehr berühren. Aber es kommt auch ein bisschen auf meine Stimmung und die Umgebung an, ob ich bei einem Film weine.

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?
In den kleinen Blumenladen im Krankenhaus (ich habe dort jemanden besucht) reinzugehen - dort habe ich richtig schöne "Antiquitäten" gefunden: eine alte Sauciere mit zartem, blauem Muster, ein kleines Tellerchen und drei Silberlöffel. Ganz günstig und einfach schön, perfekt für meine Vintage-Liebe ;-)

289. Welche Geschichte würdest du gern mit der ganzen Welt teilen?
Das sind so einige - vor allem Dinge, die ich in Kenia erlebt habe. Vielleicht träume ich deshalb davon, mal ein Buch zu schreiben...

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?
Es kommt darauf an... manchmal muss ich häufiger dafür beten, vergeben zu können, aber das tue ich dann auch.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust es heute aber nicht mehr?
Die Beziehung, in der ich gerade lebe, ist gleichzeitig auch meine allererste. Aber da lernt man natürlich auch dazu. Ich glaube, ich rede mehr mit meinem Mann, erkläre ihm, was ich denke und fühle, anstatt von ihm zu erwarten, dass er alles einfach so verstehen muss.

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?
Eine postnatale Depression. Und am liebsten auch nie mehr PMS...

293. Gilt für dich das Motto "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß?"
Nicht grundsätzlich, aber manchmal tue ich schon so, als hätte ich etwas bei den Kindern nicht gesehen, um nicht schimpfen zu müssen...

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinung anderer?
Es ist mir wichtig, dass die wichtigen Menschen meines Lebens die wichtigen Entscheidungen unterstützen bzw. gutheißen können. Aber ansonsten lerne ich mehr und mehr, unabhängiger von der Meinung anderer zu werden - besonders, wenn es sich um Leute handelt, mit denen ich gar nicht viel zu tun habe. Es ist mein Leben, ich bin dafür verantwortlich, und für die Menschen, die mir anvertraut sind - ich bin vor Gott verantwortlich, und vor ihm allein.

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder ein Vergangenheitsträumer?
Spontan hätte ich gesagt "Zukunftsträumer" - aber ich glaube, die Vergangenheit kommt in meinen Tagträumen ungefähr genauso oft vor wie die Zukunft.

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?
Nein (bitte tu mir nichts!)

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter?
Meine Mama ist ein sehr praktischer Mensch; sie grübelt nicht so viel nach, sondern macht einfach und steht dann auch dazu. Sie ist ziemlich selbstbewusst und positiv, sie hat keine melancholische Seite, so wie ich. Meine Mama war auch eine richtige "Vollblut-Mama" und Hausfrau, was ich von mir nicht so sagen kann.

298. Wo bist du am liebsten?
Zu Hause. Und am Meer.

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?
Genug... was heißt denn "genug"? Ich werde von Männern nicht besonders beachtet, und manchmal finde ich das schade, aber meistens denke ich nicht darüber nach.

300. Was ist dein Lieblingsdessert?
Mousse-au-chocolat.  Und frisches Obst. (Erdbeeren wären jetzt toll... ach....)




Mittwoch, 18. April 2018

DIY: Eine tierische Kette für Kinder


Gerade stehen bei uns einige Kindergeburtstage auf dem Plan, und als ich auf der Suche nach passenden Geschenken im Spielzeugladen stand, fiel mir die tolle Tierfigur-Kette ein, die ich mal auf Pinterest gesehen hatte. Also kaufte ich ein Lämmchen und ein Lederband, Holzperlen hatte ich noch zu Hause, und fädelte alles zusammen. Fertig ist eine schicke Kette, mit der man sogar spielen kann!




Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Welches Tier man verwendet, welches Band, ob Perlen oder nicht (und wenn ja, welche)... man kann die Ketten ganz nach Geschmack des Geburtstagskindes gestalten. Eine Idee wäre auch, mehrere Tierfiguren, Lederbänder und eine Auswahl an Perlen zu besorgen und die Geburtstagsgäste selbst ihre tierischen Ketten basteln zu lassen. Und für das Osternest im nächsten Jahr wäre dieser Schmuck auch eine schöne Idee, nicht nur für meine Tochter ;-)




Wie findet ihr die Lämmchen-Kette? Und was verschenkt ihr gerne zum Kindergeburtstag?



Freitag, 13. April 2018

1000 Fragen (#14)



261. Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?
Ehrlich gesagt, über meine Kinder... ist das schlimm? Ansonsten mag ich sehr gern Gespräche über einen Bibeltext oder generell den Austausch über Bücher, aber auch über Kunst oder Kreativtechniken - Dinge, für die ich mich interessiere und mit denen ich mich ein bisschen auskenne.

262. Kannst du leicht Fehler eingestehen?
Es kommt ein bisschen darauf an, welcher Person gegenüber. Bei manchen fällt mir das schwer, aber generell glaube ich, kann ich das schon.

263. Was möchtest du nie mehr tun?
Meine Kinder anschreien.

264. Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?
Schwankend... das ist meine Normalität.

265. Sagst du immer die Wahrheit?
Puh, ich bemühe mich darum. Aber immer wäre auf jeden Fall gelogen...

266. Was bedeutet Musik für dich?
Musik ist für mich das vielleicht beste Motivationsmittel und ein sehr guter Stimmungsaufheller. Ich höre Musik oft nebenbei, aber dabei entscheide ich oft bewusst, was ich hören möchte, welche Töne und Texte mir gerade gut tun. Es fällt mir schwer, bei guten Liedern, die ich kenne, nicht mitzusingen. Ich liebe es, zu singen. Das Singen ist für mich ein Ausdrucksmittel, fast so wie Schreiben oder Malen. Und auch wenn ich nicht unfassbar gut singe, hätte ich richtig gern eine Band ;-)

267. Hast du schon mal einen Weinkrampf vorgetäuscht?
Nein. Nicht nötig, ich bin sowieso nah am Wasser gebaut.

268. Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?
Da kommt es wirklich sehr auf die Leute an... aber tendenziell eher allein.

269. Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?
Es fällt mir generell schwer, mir etwas zu verzeihen. Das können ganz kleine Dinge sein. Teilweise sind das sogar "Fehler", für die ich eigentlich nichts kann, wie zum Beispiel den schwierigen Start in das Leben mit Kind.

270. Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selbst nicht?
Aktuell bin ich in meinen Mann verliebt, und da gibt es nichts zu verstehen.

271. Denkst du intensiv genug über das Leben nach?
Ja, ich würde sagen, vielleicht sogar ein bisschen zu intensiv und zu viel. Wenn man überhaupt nicht nachdenkt, ist das sicherlich nicht gut, aber nur durch intensives Nachdenken wird das Leben nicht besser. Es geht eher darum, gewonnene Erkenntnisse umzusetzen und "intensiv zu handeln"...

272. Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber unsicher?
Ja. Vielen eigentlich... 

273. Bist du autoritätsgläubig?
Immer weniger. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der "Gehorsam" eine wichtige Rolle gespielt hat, und ich empfinde Autorität nach wie vor nicht als grundsätzlich negativ. Aber ich hinterfrage sogenannte "Autoritäten" heute mehr als noch vor 10 Jahren.

274. Bist du gern allein?
Ja.

275. Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?
Hm, ich setze sicherlich immer wieder meine eigenen Interessen durch, aber konkret fällt mir zu der Frage nichts ein.

276. Welchen guten Zweck förderst du?
Für mich als aktuell nicht besonders gesellschaftlich engagierte Person eine schwierige Frage... ich versuche, Jugendliche in ihrem Glaubensleben zu begleiten und ihnen die Bibel lieb zu machen. Hier auf meinem Blog "fördere" ich Kreativität und Bücherliebe, wenn man das so sagen kann, und möchte damit Jesus groß machen.

277. Wie sieht dein Traumhaus aus?
Da habe ich keine sooo konkreten Vorstellungen, außer dass es alt und ein bisschen verwunschen ist und genug Zimmer hat für uns alle und für Gäste. Ich brauche natürlich ein Atelier, und einen richtig großen Esstisch fände ich schön. Und hell muss es sein, das ist ungeheuer wichtig.

278. Machst du leicht Versprechungen?
Nein. Wenn für mich absehbar ist, dass ich etwas nicht schaffen kann oder ich gar nicht vorhabe, etwas zu tun, dann halte ich mich vage.

279. Wie weit gehst du für Geld?
Mir sind wirklich andere Dinge wichtiger. Ich würde keinen Job annehmen, der mir überhaupt nicht zusagt, nur weil er richtig viel Geld bringt (solange wir nicht in einer akuten Notlage stecken). Und auch sonst wäre Geld allein für mich kein Argument für irgendwas, das man mir anbieten könnte.

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?
Noch so eine Frage, zu der mir nichts einfällt, sorry...



Mittwoch, 11. April 2018

Selbst gemachte Collage-Papiere


Materialien im Künstlerbedarf können ganz schön ins Geld gehen - Farben und Papiere in guter Qualität kosten eben einiges! Mit der Zeit habe ich aber herausgefunden, wie ich sparsamer mit meinen Materialien umgehen und daraus sogar eigenes Kreativmaterial herstellen kann.

Collage-Papier in allen möglichen Farben und Mustern gibt es nicht nur im Künstlerbedarf zu kaufen, man bekommt sie manchmal sogar beim Discounter, dann sogar sehr günstig. Ich gebe dafür inzwischen trotzdem kein Geld mehr aus, sondern mache meine Papiere selbst. Dabei spare ich nicht nur Geld, sondern vermeide auch Verschwendung von Acryl-Farbe und habe am Ende sehr individuelles Papier mit meiner persönlichen Note.


Die selbst hergestellten Papiere verwende ich sehr gern in meinem Art Journal, aber auch auf Mixed Media Leinwänden. Entweder ich reiße Stücke davon ab und klebe sie farblich passend auf den vorbereiteten Hintergrund, oder ich schneide geometrische Formen aus und erstelle damit ein interessantes Muster.




Bevor ich mit der Gestaltung einer Art Journal-Seite beginne, lege ich immer etwas Papier unter die jeweiligen Seiten, um das restliche Journal vor der Farbe zu schützen. Damit schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn das "Schutz-Papier" bekommt mit der Zeit (ich verwende dieselben Blätter mehrmals) durch die darauf landenden Farbspuren einen interessanten Look. Das so entstandene bunte Papier kann ich auch als Collage-Papier verwenden.



Früher habe ich für das Malen mit Aycrylfarben immer eine Palette oder eine alte Untertasse verwendet. Leider ist einmal getrocknete Acrylfarbe für den weiteren Gebrauch verloren, und so habe ich mich doch oft geärgert, wenn zu viel Farbe auf der Palette landete und dann übrig blieb (tendenziell verbrauche ich weniger als ich denke, weil die Farben wirklich sehr ergiebig sind).

Da habe ich jetzt dazu gelernt und verwende nur noch Papier als "Mischpalette" meiner Farben. Es ist vollkommen egal, welches Papier: Ich nehme gern bedrucketes oder schon einmal benutztes Papier, gerne auch Blätter mit Linien oder besonderes Papier wie Transparentpapier (dann wird das Collage-Papier einfach noch interessanter).
Darauf gebe ich die Farben, und kann direkt mit dem Mischen und Malen loslegen.




Wenn meine Art Journal-Seite fertig ist, habe ich für gewöhnlich noch ein paar Farbreste auf meinem Misch-Papier übrig. Darüber ärgere ich mich jetzt nicht mehr - denn daraus wird ein neues Collage-Papier!


Ich verteile die übrige Farbe kreuz und quer mit dem Pinsel, dabei kann man sich richtig austoben (man muss nur je nach Farbton-Kombination darauf achten, dass am Ende nicht ein hässlicher brauner Matsch entsteht...). Oft gestalte ich auch einfache Muster mit den Farbresten und setze am Schluss schwarze Akzente. Zur Zeit mache ich auch gern mit der Spitze des Pinselstiels schriftähnliche Kritzeleien in der noch feuchten Farbe - das ergibt eine schöne Struktur. Überhaupt ist es schön, wenn an manchen Stellen die Farbe etwas dicker auf dem Papier verbleibt, eben wegen der besonderen Struktur.
Es gibt viele Möglichkeiten, mit den Farbresten auf dem Papier zu verfahren: Man kann das Papier zerknüllen und wieder auseinander falten, die Acrylfarbe mit einer Farbrolle verteilen (wenn man wirklich viel Farbe übrig hat) oder auch kleine Drucke herstellen z.B. mit Luftpolsterfolie oder einer Gelli Plate (Druckplatte).



Jetzt muss das neue Collage-Papier nur noch trocknen und kann dann weiterverwendet werden!

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Ich habe für meine Art Journal-Seite ein anderes Collage-Blatt benutzt, das ich schon vor einiger Zeit hergestellt habe. Farblich sollten die Papiere natürlich zum Hintergrund passen, aber da ich meistens dieselben Farben verwende, habe ich da eine große Auswahl zur Verfügung.


In diesem Fal habe ich mich entschieden, Formen aus dem Collage-Papier zu schneiden und diese auf den vorbereiteten Hintergrund zu kleben.





Jetzt war die Seite schon fast fertig: Es fehlten nur noch ein paar wilde Linien mit Buntstiften, um alle Elemente miteinander zu verbinden, und ein gestempelter Bibelvers für die "Message" - das war's!
So habe ich nicht nur eine Doppelseite in meinem Art Journal gestaltet, sondern auch zwei neue bunte Collage-Papiere.




Eine weitere Idee für die Verwendung von selbst gemachten Collage-Papieren ist natürlich, eine "richtige" Collage daraus zu machen! Hier habe ich ein Blumenbouquet zuerst grob vorgezeichnet, und dann die Formen aus meinen eigenen Papieren ausgeschnitten und aufgeklebt. Inspiriert wurde ich dazu von Wendy Brightbill, einer Künstlerin, deren Arbeiten ich einfach nur liebe und bewundere!  Diese Technik hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich werde das bestimmt noch häufiger ausprobieren.




Viel Spaß euch beim kreativen Austoben!



Freitag, 6. April 2018

1000 Fragen (#12 und #13)



221. Gibt es Freundschaft auf den ersten Blick?
Hm, ich finde, man merkt schon schnell, wen man mag und ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Ob daraus dann aber wirklich eine Freundschaft wird, hängt von vielen Faktoren ab. Und ich habe auch schon das Gegenteil erlebt: Dass jemand meine Freundin wurde, die mir am Anfang wenig interessant oder gar unsympathisch erschien (und das auf Gegenseitigkeit beruhte).

222. Gönnst du dir selbst regelmäßig eine Pause?
Ja.

223. Bist du jemals verliebt gewesen, ohne es zu wollen?
Ja...

224. Steckst du Menschen in Schubladen?
Ich bemühe mich darum, das nicht zu tun - habe aber durchaus Schubladen in meinem Kopf, die ich auch benutze. Life-long learning und so...

225. Welches Geräusch magst du?
Das Klicken und Klacken meiner Tastatur, wenn ich schreibe. Mein Mann sagt, der Anschlag der Tasten sei schon ganz schön schwer (alter Laptop eben), aber ich bin daran gewöhnt und mag das Geräusch. Ich mag auch Rauschen - den Wind in den Bäumen oder das Meer. Und natürlich das Lachen meiner Kinder. Unbezahlbar.

226. Wann warst du am glücklichsten?
Das ist schwer zu sagen. Aber im Nachhinein würde ich sagen, dass meine Studentenzeit eine sehr glückliche Zeit war, ziemlich unbeschwert. Wir haben viel unternommen, mit Freunden oder als Paar, ich habe mich mit dem befassen können, was mich interessiert hat, mein Horizont hat sich immens erweitert. Das war sehr schön. Ein anderes, leichteres Glück als das, was ich jetzt empfinde.

227. Mit wem bist du gern zusammen?
Mit mir selbst - und mit Jesus. Mit meinem Mann und meinen Kindern. Mit Freundinnen. Mit unserem Hauskreis. Mit meinen Geschwistern. Mit Glaubensgeschwistern, von denen ich viel lernen kann.

228. Willst du immer alles erklären?
Ja. Mir ist bewusst geworden, dass ich ein großes Bedürfnis danach habe, wirklich verstanden zu werden. Darum versuche ich oft, ganz genau zu erklären, was los ist, und stoße schnell an Grenzen: Grenzen meiner Ausdrucksmöglichkeiten und Grenzen des Verstanden-werdens. Das empfinde ich manchmal als sehr schmerzhaft.

229. Wann hast du zuletzt deine Angst überwunden?
Als ich in unserer Gemeinde gepredigt habe.

230. Was war deine größte Jugendsünde?
Dass ich keine habe...

231. Was willst du einfach nicht einsehen?
Warum ich kein drittes Kind bekommen sollte.

232. Welche Anekdote über dich hörst du noch häufig?
Dass ich damals, als etwa zweieinhalb-jähriges Mädchen zu meiner schwangeren Mama gesagt haben soll: "Wenn's ein Brüderle wird, schmeiß ich's aus dem Fenster!" (Wie gut, dass kurz darauf meine Schwester geboren wurde, das hat ihr wohl das Leben gerettet.)

233. Welchen Tag in deinem Leben würdest du gern noch einmal erleben?
Die Geburt meiner Tochter und die darauffolgenden Wochen. Um einiges anders (und natürlich "besser") machen zu können.

234. Hättest du lieber mehr Zeit oder mehr Geld?
Hm, wenn dabei mehr Geld gleichzeitig auch weniger Zeit bedeutet (und umgekehrt), würde ich verzichten. Ansonsten hätte ich aktuell eher Bedarf an Geld als an Zeit.

235. Würdest du gern in die Zukunft schauen können?
Manchmal würde ich schon gern gucken, wie mein Leben in 10 Jahren so aussieht - vielleicht würde es mich ja beruhigen. Vielleicht aber auch nicht, von daher bin ich ganz froh, dass ich nicht in die Zukunft schauen kann. Ich gehe vorwärts im Vertrauen...

236. Kannst du gut deine Grenzen definieren?
Mein Problem ist nicht, dass ich meine Grenzen nicht verteidigen kann. Ich glaube eher, dass ich meine Grenzen zu eng ziehe und nicht wage, den "weiten Raum", auf den Gott meine Füße stellt, zu beanspruchen und zu entdecken.

237. Bist du jemals in eine gefährliche Situation geraten?
Da fallen mir spontan ein paar Schlangen- und Skorpion-Geschichten aus Kenia ein. Aber ich weiß nicht, wie gefährlich diese Situationen wirklich waren. Ich bin bewahrt geblieben.

238. Hast du einen Tick?
Wo soll ich da nur anfangen? ... Ich habe definitiv einen Buchstaben-Stempel-Tick. Und einen Notizbuch-Tick. Und einen Masking-Tape-Tick. An diesen Dingen kann ich schwer vorbeigehen.
Auch mein Verhalten weist ein paar Ticks auf: Ich muss zum Beispiel, wenn ich nach Hause komme, immer in den Briefkasten schauen - auch am Sonntag, wenn ich eigentlich weiß, dass nichts Neues im Briefkasten liegen kann. Wenn ich Gleise überquere, "darf" ich nicht auf die Schienen treten (obwohl ich weiß, dass diese nicht unter Strom stehen). Und wenn ich Pralinen (oder andere Süßigkeiten) esse, muss es immer eine ungerade Zahl sein - also ich esse entweder eine oder drei oder fünf, aber niemals zwei oder vier. Schon ein bisschen speziell.
Und ich beende Sätze gern mit drei Punkten, statt mit einem... see?

239. Ist Glück ein Ziel oder eine Momentaufnahme?
Eine Momentaufnahme. Wobei ich sagen muss, dass diese Fixierung auf "Glück" oder "Glücklichsein" nicht so wirklich meins ist. Ich denke nicht wirklich über Glück nach.
Ich nenne das eher Gnade oder Segen. Die ziehen sich durch mein Leben wie eine goldene Schnur mit bunten Perlen und führen mich am Ende zum ultimativen Glück: In Ewigkeit bei Gott.

240. Mit wem würdest du deine letzten Minuten verbringen wollen?
Mit meinem Mann und meinen Kindern.

241. Fühlst du dich im Leben zu etwas berufen?
Hm, ich glaube schon, dass wir alle dazu berufen sind, Gott zu kennen und zu lieben und auch unsere Mitmenschen zu lieben wie uns selbst. Aber ich verspüre auch eine große Sehnsucht danach, zu etwas "Besonderem" berufen zu sein. Mir ist nur nicht klar, was das sein sollte, und das macht mich manchmal traurig und auch mutlos.

242. Bist du nach etwas süchtig?
Aktuell bin ich wohl nach kreativer Inspiration süchtig. Ich kann gar nicht genug Input bekommen...

243. Wessen Tod hat dich am meisten berührt?
Bisher bin ich persönlich erst selten mit dem Tod in Berührung gekommen. Als am schlimmsten habe ich den Tod meiner Tante empfunden, die zwei kleine Kinder hinterließ. Da war ich selbst noch ein Kind.

244. Wie würde der Titel deiner Autobiographie lauten?
Gute Frage! Da kann ich jetzt nur ein bisschen brainstormen: "Sie kam, sah, und malte". "Die Segenslinie". "Made to create". "GottNaheGlücklich"...

245. In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest?
Da ich sehr hohe Anforderungen an mich stelle und ziemlich idealistische Vorstellungen davon habe, wie ich sein möchte, bin ich davon noch weit entfernt. Mal mehr, mal weniger.

246. Wann muss man eine Beziehung beenden?
Da gibt es keine pauschale Antwort, denke ich... Aber auf jeden Fall, wenn der Partner gewalttätig ist, in welcher Form auch immer. Und wenn man seine Kinder schützen muss.

247. Wie wichtig ist dir deine Arbeit?
Es ist mir wichtig, eine Aufgabe zu haben, einen Sinn in dem zu sehen, was ich tue. Gerade habe ich keine "Arbeit", wenn man darunter eine bezahlte Tätigkeit versteht, und das ist für den Moment auch in Ordnung so, aber ich stelle doch immer mehr fest, dass mir das gut tun würde.

248. Was würdest du gern gut beherrschen?
Ein Instrument. Klavier oder Gitarre wären praktisch, Cello mein Traum.
Und ganz generell meine Hormone...

249. Glaubst du, das Geld glücklich macht?
Nicht Geld an sich - aber die Art und Weise, wie wir unser Geld einsetzen, kann uns (und andere) glücklich machen.

250. Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden?
Ja. Es ist Liebe.

251. In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut?
Ich halte mich für ziemlich unsportlich... aber ich glaube, ich könnte tanzen...

252. Heuchelst du häufig Interesse?
Hm, ich würde lieber sagen, dass ich mich um ehrliches Interesse bemühe. Und das tue ich auch, aber manchmal bleibt mir nichts als Heuchelei, um der Höflichkeit willen (wie gut ich darin bin, kann ich allerdings nicht beurteilen).

253. Kannst du gut Geschichten erzählen?
Das müssen andere beurteilen. Meine Kinder würden, glaube ich, sagen: Ja.

254. Wem gönnst du nur das Allerbeste?
Grundsätzlich mal allen, vor allem aber denen, die lange nichts Gutes erfahren haben. Und denen, die sich schon lange nichts mehr gegönnt haben, weil sie immer die anderen im Blick haben.

255. Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst?
Ich bin ein bisschen traurig, dass ich mein 10-jähriges Abi-Jubiläum verpasst habe. Wir sind an dem Tag umgezogen und ich hatte einen Säugling, der abends viel schrie - war also ein schlechter Zeitpunkt.

256. Kannst du dich gut ablenken?
Ja, das funktioniert hervorragend. Und dann erschrecke ich, weil mir plötzlich einfällt, was ich alles noch hätte machen wollen und sollen und vor lauter Selbst-Ablenkung nicht gemacht habe. 

257. In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten?
In Jeans und leichter Bluse. Und barfuß.

258. Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde?
Bevor wir Kinder hatten, habe ich zwar schon darüber nachgedacht, dass es vielleicht "nicht klappen" könnte, aber als ich dann zweimal schnell schwanger wurde, hätte ich echt nicht gedacht, dass eine dritte Schwangerschaft so schwierig werden würde.

259. Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören?
Nicht grundsätzlich, absolut nicht... aber ein Leben ohne PMS und dafür mit der Fähigkeit, im Stehen Pinkeln zu können, scheint mir manchmal recht erstrebenswert...

260. Wer nervt dich gelegentlich?
Diese Ehre wird wohl jedem mal zuteil, mit dem ich persönlich zu tun habe. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Ist ganz normal. 



Donnerstag, 5. April 2018

Monatsspruch April



Fast dachte ich, dass im April der Monatsspruch ausfallen wird. Ich hatte zwar eine Version gelettert, aber die gefiel mir nicht, und dann kam ich einfach nicht mehr dazu...
Heute Abend habe ich mich noch einmal dran gesetzt und bin schon etwas zufriedener.
Bis ich das Digitalisieren meiner Arbeiten wirklich gelernt habe, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, aber vielleicht mögt ihr euch ja trotzdem dieses illustrierte Lettering ausdrucken und irgendwo aufhängen.

Als Erinnerung:

Friede.
Jesus bringt uns Frieden.
Mitten im Streit,
im Chaos,
im Alltagsstress,
stillt er den Sturm.

Friede mit dir.
Friede mit euch.

Er ist da - mit seinem Frieden.
Immer und überall.
Hier und jetzt.

Gesandt.
Du bist eine Gesandte.
Von Jesus persönlich!
Geliebt
Erkannt
Berufen
Erwählt
Gesandt -
in dein Hier und Jetzt.

Als Friedensstifter.
Als Freudeschenker.
Als Liebesbrief.
Als zarter Duft.
Als Schulter zum Ausweinen.
Als gutes Wort.
Als Erinnerer der Wahrheit.
Als Stimme in der Wüste,
mitten im Streit,
im Chaos,
im Alltagsstress:

Er ist hier.
Stillt den Sturm in dir.

Friede sei mit dir.



Sei gesegnet in diesem Monat!

Donnerstag, 29. März 2018

Mein kreativer März



Im März habe ich wieder viel Kreatives gemacht und bin einfach dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, diese Leidenschaft so ausüben zu können, so viel Freiheit und Inspiration zu genießen und mich weiterzuentwickeln.
Mit meiner Selbstständigkeit bin ich zwar kaum weitergekommen, aus den unterschiedlichsten Gründen, aber da ich meine persönliche oder "private" Kreativität auch als wesentlichen Teil meines zukünftigen Business ansehe, war der März trotzdem ein produktiver Monat.
Ich habe unter anderem etwas gelernt (bzw. geübt), was ich mir lange nicht zugetraut habe, nämlich Portraits zu zeichnen! Sehr spannend!


Ein Besuch in der Berlinischen Galerie



Anfang des Monats war es mal wieder Zeit für einen Ausstellungsbesuch! Eine Freundin lud mich ein, mit ihrer Kreativgruppe in die Berlinische Galerie zu gehen, und ich entschied mich, meine Tochter mitzunehmen.
Natürlich ist ein Aufenthalt in einem Museum mit Kind ziemlich anders, als wenn ich alleine durch die Räume schlendere und Bilder betrachte, aber die Zeit miteinander haben sowohl mein Mädchen als auch ich sehr genossen, und ich glaube, sie hatte Spaß an der Vielfältigkeit der Kunst: von Gemälden über Fotos und Skulpturen bis hin zum Film war alles mit dabei!


One-Word-Box: tears


Auch im März habe ich wieder eine Karte für meine One-Word-Box gestaltet. Als ich über die vergangenen Wochen nachdachte, welches Wort als Überschrift oder Zusammenfassung passen könnte, fiel mir spontan tears ein, Tränen. Der März war ein eher dunkler, schwerer Monat für mich. Ich war viel unglücklich und habe öfter mal geweint. Von daher passt dieses Wort ganz gut, und ich habe mir sowieso angewöhnt, in Sachen Kreativität auf mein spontanes Gefühl, auf den ersten Eindruck zu vertrauen. Im April scheint die Sonne hoffentlich wieder häufiger.
Da ich für die One-Word-Box hauptsächlich Materialien verwende, die eigentlich im Müll gelandet wären, habe ich diesmal ein Preisschild (mit hübschem Band) als Basis für die Karte verwendet.


Wanderlust 2018 #3: People - Portrait-Serie Inspirierende Frauen

Der dritte Wanderlust2018-Monat ist dem Thema People gewidmet: Es geht um die Darstellung von Menschen. Davor habe ich ja, ehrlich gesagt, immer ein bisschen Angst. In meiner Kunst vermeide ich Menschen, konzentriere mich eher auf Gegenstände und Pflanzen oder andere Naturfunde.
Aber man kann nur etwas lernen, wenn man die bekannten Gefilde verlässt und sich mal was Neues traut, wenn man ausprobiert und übt.
Das habe ich im März getan und einige Portraits gezeichnet, mit dem Permanent-Marker und auf dem Kopf! Diese Herangehensweise habe ich in einem Wanderlust-Video kennengelernt und festgestellt, dass es sehr gut für mich funktioniert: Das Ausgangsbild um 180° drehen und dann auch auf dem Kopf zeichnen. So überlistet man sein Auge und konzentriert sich mehr auf das, was man wirklich sieht - statt auf das, was man zu sehen glaubt. Sehr spannend!


Dieses Portrait von Frida Kahlo war das allererste, das ich jemals von einer real existierenden Person gezeichnet habe, und ich bin total erstaunt, wie gut es geworden ist! In den folgenden Tagen habe ich sechs weitere Portraits angefertigt, von anderen Frauen, die mich auf vielfältige Weise inspirieren. Sie sind unterschiedlich gut gelungen, aber zumindest sind alle Frauen einigermaßen als sie selbst erkennbar.
Ich habe festgestellt, dass es sehr auf die Qualität des Ausgangsfotos ankommt: Es sollte eine hohe Auflösung haben und nicht zu dunkel sein.








... und drei Selbstportraits:

Nachdem ich sieben Portraits gezeichnet hatte, wagte ich mich schließlich an ein Selbstportrait. Mein erster Versuch mit Bleistift und Acrylfarben war nicht von Erfolg gekrönt - ich finde, man erkennt mich überhaupt nicht. Nase und Mund stimmen nicht, aber ich kann auch nicht sagen, wie ich das Portrait mir ähnlicher machen könnte. Trotzdem mag ich das Bild, die Farben und die Botschaft.


Danach unternahm ich einen zweiten Versuch (mit demselben Ausgangsfoto), diesmal mit Permanent-Marker. Von diesem Portrait bin ich schon mehr überzeugt, ich erkenne mich selbst darin - und mir gefällt, was ich sehe.



Das dritte Selbstportrait ist ganz anders. Ich habe - inspiriert von diesem wunderbaren Fotoprojekt der italienischen Fotografin Camilla Catrambone - Gegenstände gesucht und angeordnet, die mich darstellen und ausmachen. Dazu muss ich gar nicht viel sagen; ich glaube, ich habe mich ganz gut getroffen ;-)



Noch mehr "People":


Ein sehr entspanntes und "liebliches" Projekt war das der Künstlerin Marlene Meijer-van-Niekerk. "Layers of Love" nannte sie es; ich interpretierte es ein bisschen anders und machte ein Doppelportrait daraus, von meiner Tochter und mir. Das ist schon eine ganz besondere Beziehung!
Es hat Spaß gemacht, hauptsächlich mit Aquarellfarben und weißem Marker zu arbeiten, und das Bild gefällt mir sehr gut - es drückt das aus, was ich empfinde.


Und noch eine besondere Herausforderung am Ende des Wanderlust-Monats: Acht Portraits in 15 Minuten! Ich gebe zu, ich habe eher 20 Minuten dafür gebraucht. Die portraitierten Gesichter habe ich in einer Zeitschrift gefunden - mit ein bisschen Phantasie erkennt man vielleicht die Prominenten unter ihnen (John F. Kennedy, Arthur Miller, Yoko Ono und John Lennon) - oder auch nicht ;-)


Ein volles und ein neues Art Journal:


Wie erwartet, füllte ich Mitte März die letzten Seiten meines Art Journals. Ich nutze es wirklich viel, als Tagebuch, als Skizzen- oder Notizbuch und als Art Journal, und so wundert es mich nicht, dass ich nach gut drei Monaten ein neues Buch beginnen muss.
Mein neues Art Journal ist ganz anders als sein Vorgänger: kleineres Format, dünneres Papier, linierte Seiten (und viel billiger). Ich wollte mal probieren, ob das auch für mich funktioniert.
Bislang bin ich allerdings nicht begeistert. Mich stören die Linien doch mehr als ich gedacht hatte und das Papier ist sehr dünn, ohne Gesso geht da kaum was. Aber vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran und lerne, aus diesen (wie ich es gerade wahrnehme) Begrenzungen etwas Schönes zu machen.




Art Jar Spring 2018

Schon im letzten Jahr schlich ich um das Art Jar herum wie eine Katze, die gestreichelt werden will - in diesem Frühling habe ich es mir gegönnt: wöchentliche Inspirationen zum Lesen, Schreiben, Nachdenken und Machen in mein E-Mail-Postfach.
Am 12. März erreichte mich die erste Nachricht, vollgepackt mit Zitaten, Bildern, Links zu interessanten Foto-Projekten und Musikstücken, Prompts für mein Art Journal und schönen Ideen für diese beglückende Jahreszeit.
Bis zum 1. April kann man das Art Jar noch erwerben und mitmachen - für mich hat es sich schon jetzt gelohnt, dabei haben wir noch 10 Wochen voller Inspiration vor uns :-)









Brush Lettering & Watercolor


Ein neues Kreativ-Buch ist bei mir eingezogen: Brush Lettering - das neue Werk des Duos May&Berry. Es enthält neben vielen wertvollen Grundlagen zum Brushlettering (eine Unterkategorie des Handletterings) und Illustrieren mit Aquarell einige schöne Projekte zum Nachmachen und einen Bogen "Magic Paper", mit dem man Brushlettering üben kann, ohne Massen an Papier zu verbrauchen.
Ich habe bereits zwei Projekte nachgemacht: Everyday is a fresh start und Flowers are always a good idea, die jetzt unseren Flur zieren. Manchmal ist es einfach schön, sich nicht selbst etwas auszudenken, sondern andere Künstler zu imitieren und von ihnen zu lernen. Ja, durch Imitation lernt man unheimlich viel, und Spaß hat es mir auch noch gemacht. 




Handlettering auf Ostereiern:


Dieses Jahr habe ich nur ganz wenige Ostereier bemalt, zusammen mit meiner Tochter. Eigentlich wollte ich ausprobieren, Eier mit Naturmaterialien zu färben, aber dazu bin ich einfach nicht mehr gekommen. Um doch noch wenigstens ein paar Eier zu bemalen, haben wir uns für eine ganz einfache Technik entschieden und diese naturbraunen Schönheiten mit Filzstiften bzw. Permanent-Markern dekoriert. Wichtig ist dabei wirklich, wasserfeste Stifte zu verwenden, damit die Schrift nicht verwischt! (Wir haben außerdem nur ausgeblasene Eier bemalt; ich weiß nicht, ob die Stiftfarbe durch die Schale auf das Ei gelangen würde, aber wenn, wäre das wahrscheinlich nicht so gesund...)

Meine Designs sind sehr schlicht und dadurch wirkungsvoll, wie ich finde. 
Handlettering auf einer gebogenen Oberfläche ist allerdings eine ziemliche Herausforderung! Der Weidenkätzchenzweig und die fünf Symbole (Palmenzweig, Kelch, Dornenkrone, Kreuz und leeres Grab) gefallen mir noch ein bisschen besser als die beiden Letterings.





So, das war mein kreativer Monat und jetzt feiern wir Ostern!
Ich wünsche euch gesegnete Feiertage mit einer unauslöschlichen Freude im Herzen: