Mittwoch, 15. März 2017

Ich...





… hab grad wenig Lust auf Schreiben.
Deshalb ist es hier so ruhig. Aber nicht nur deshalb (siehe unten)…
Aber weil ich mich irgendwie „verpflichtet“ fühle und denke, ich habe zu lange nichts geschrieben, und weil ich außerdem immer wieder merke, wie gut das Schreiben tut, wie sehr ich es gerade in den Phasen brauche, in denen ich eigentlich keine Lust habe, darum tu ich es doch.
Diese „Ich…“-Kategorie geht dann immer am besten, auch mit wenig Muße und Hirnschmalz.

… hab ein krankes Kind zu Hause (und werde langsam selber krank…).
Gerade als ich dachte: „YAY, der Frühling kommt – endlich ist die Krankheitszeit vorbei!“ erwischt es uns wieder. Der letzte Montag begann um fünf Uhr früh mit einem sich übergebenden Kind (dem es schon wenige Stunden später wieder hervorragend ging); am Freitag dann bekam eben jenes Kind Fieber… Und ich bin so schlecht als Krankenschwester! Wirklich! (Dabei war das lange Jahre mein Berufswunsch als Kind. Krankenschwester. Ich. Was für ein Witz!)
Nicht nur, dass ich mich mit Krankheiten und deren Behandlung nicht gut auskenne und jedes Mal wieder rätselratend vor meinem Kind stehe, was nun zu tun sei (irgendein Buchtipp für mich?!?). Viel schlimmer ist, dass mir schnell das Mitgefühl abhandenkommt. Ein, zwei Tage intensives Kümmern gehen ja noch, aber dann muss der Patient gefälligst gesund sein!
Besonders schwer fällt mir dabei, auf meine eigenen Pläne zu verzichten und diese mir-nichts-dir-nichts über den Haufen zu werfen. Weil ich hochsensibel bin und sehr unflexibel. Leider wahr.
Fast dachte ich, ich wäre besser darin geworden, weil ich letzte Woche echt cool geblieben bin, sowohl am Montag, als auch am Freitag – doch dann war das Kind gestern immer noch nicht gesund und ich hätte ausflippen können!
Aber ich übe mich im Akzeptieren und Kapitulieren. Stelle mich darauf ein, dass es bald auch das andere Kind erwischen wird (aber zuerst mich selbst: mir ist abwechselnd heiß und kalt, der Kopf ist dicht, der Hals schmerzt…) und dass ich am Wochenende nicht wie eigentlich geplant zur family-Teamsitzung fahren werde. Nur für den Fall der Fälle…

… tue so als ob ich frühjahrsputze.
In diesem Jahr habe ich mir keine Putz-Liste erstellt, die ich im März und April abarbeiten möchte. Vielmehr nehme ich mir einen Raum nach dem anderen vor, putze die Fenster, wische Schränke aus, fahre mit dem Staubwedel über die Lampe und lasse fünfe gerade sein. Mit dem Kinderzimmer bin ich schon fertig, im Wohn- und Esszimmer sieht es auch schon ganz gut aus (ist sogar meinem Liebsten gestern aufgefallen). Mal sehen, wie weit ich in den nächsten Tagen komme, in Anbetracht der Tatsache, dass ein Kind krank ist.
Auf Instagram habe ich neulich einen Satz gelesen, der zu meinem Putz-Mantra werden könnte: „Bei uns ist sauber genug, um gesund zu sein –  und dreckig genug, um glücklich zu sein.“



… sticke (!?).
Noch ein Grund für die Ruhe auf meinem Blog ist mein neustes Hobby: Sticken. Ich habe den „Fehler“ begangen, mir dieses supercraft-Kit zu bestellen, und bin dem Sticken gerade total verfallen (und das, obwohl ich Beschäftigungen, bei denen man richtig akkurat sein muss, eigentlich nicht so mag – und der Faden sich bei mir dauernd verheddert…)!
Bei meinen Hobbys bin ich meistens ziemlich extrem: Wenn mir (wie eben im Moment) das Sticken Spaß macht, dann tue ich tage- (oder,  wenn es blöd läuft, wochen-)lang nichts anderes, und vernachlässige sowohl mein Tagebuch, als auch den Blog und die Instagram doodle-Challenge, die mir noch vor einer Woche total viel Spaß gebracht hat. Und dann, von einem Tag auf den anderen, werde ich von dieser Beschäftigung genug haben und mir eine andere suchen, der ich dann eine Zeitlang exzessiv nachgehen werde...
Aber eigentlich ist es doch schön, dass ich so viele Hobbys habe und mich immer wieder für etwas Neues begeistern kann ;) Wenn ich etwas anfange, bin ich jedenfalls mit Feuer und Flamme dabei!



… faste (nicht)?
Für diese Fastenzeit habe ich mir (wie es so meine Art zu sein scheint) sehr viel vorgenommen:
Ich wollte erstens wieder mit lebe-leichter anfangen, um die Kilos, die seit Weihnachten wieder dazugekommen sind (hüstel), loszuwerden. Zweitens führe ich ein Passions-Art-Journal, für das ich die Passionsgeschichte in 48 kleine Texthappen zerlegt habe, die mir als tägliche Prompts für das Art Journal dienen. Drittens überdenke ich meinen Internetkonsum mit Hilfe von Annes sehr durchdachtem und gelungenem Fastenkalender(kann ich wirklich nur empfehlen! Ich denke, es ist nicht zu spät, jetzt noch einzusteigen!)
Aber obwohl das alles für sich sehr wertvolle Punkte sind, die mir gerade „dran“ erscheinen und hinter denen ich total stehe, ist es mir nicht richtig möglich, meine Vorhaben diszipliniert und bewusst durchzuziehen. Ein Tag nach dem anderen vergeht, einen Abend nach dem anderen liege ich im Bett und denke an das Franzbrötchen, das ich doch gegessen habe, an die Serie, die ich trotzdem gestreamt habe, an die Art Journal Seite, die ich irgendwie nebenbei gestaltet habe…
Habe ich wieder zu viel gewollt und scheitere deshalb so kläglich? Verlange ich zu viel von mir – oder habe ich es einfach nur nicht drauf?



… prokrastiniere und bedaure gleichzeitig, dass nichts vorwärts geht.
Momentan habe ich (wieder mal) das Gefühl, dass es in meinem Leben viele Baustellen gibt, an denen nichts passiert. Noch immer träume ich von der kreativen Selbstständigkeit, verschiebe aber die konkreten Schritte immer weiter nach hinten. Anstatt mich diszipliniert an den Schreibtisch zu setzen und das zu tun, was ich doch eigentlich am allerliebsten mache, fällt mir ein, dass ich ganz dringend noch die Küchenschränke auswischen muss. Klar. Ständig wird eine Idee von der nächsten überrannt, sodass ich nicht dazu komme, eine von ihnen vernünftig zu verfolgen und umzusetzen. Auch das ist eine Form von Prokrastination.
Ja, ich hänge irgendwie in den Seilen. Mal fehlt mir die Energie, dann die Zeit, schließlich der Mut und der Glaube, dass mein Vorhaben gelingen kann. Meine eigene berufliche Zukunft ist das heiße Eisen, das ich aus verschiedenen Gründen nicht wage, anzugehen. Ich vermute auch, dass mein Kinderwunsch damit zu tun hat: Wenn ich jetzt noch ein Baby bekomme, gewinne ich wieder Zeit, in der ich mich mit dem anderen Thema nicht auseinandersetzen muss. Blöd eigentlich.
Viel besser wäre: Ärmel hoch und los!
Aber jetzt bin ich ja erstmal krank…

… feiere den Frühling!
Ach, was ist das schön, überall die Krokusse und Schneeglöckchen sprießen zu sehen! Es ist doch jedes Mal wieder ein Wunder. Ich liebe es, mir den Frühling in Form von Tulpen, Hyazinthen, Ranunkeln und Osterglocken ins Haus zu holen – viel mehr Deko braucht man dann gar nicht, finde ich.
Und weil man die Feste so feiern soll, wie sie fallen, gibt es Anfang April bei uns eine „Welcome-Spring-Party“ mit hoffentlich vielen lieben Freunden, einem frühlingshaften Mitbring-Buffet und unserem ersten selbstgebrauten Bier! (Mein Liebster hat von mir zum Geburtstag ein Bierbrau-Set geschenkt bekommen und der erste Versuch reift gerade in unserem Keller vor sich hin. Auch für mich als überzeugte Nicht-Bier-Trinkerin eine spannende Sache!)
Ich hoffe, dass der Neuanfangsfunke der Natur bald auch auf mich überspringt! Dass ich neue Energie bekomme und endlich die Herausforderungen angehe, die auf mich warten! Wunder gibt es schließlich immer wieder… ;)  




Montag, 27. Februar 2017

13 Jahre



Heute feiern mein Liebster und ich nicht den Karneval (darauf stehen wir nicht besonders...), sondern vielmehr unseren 13. Jahrestag!
Exakt heute vor 13 Jahren fragte mich ein etwas schüchterner junger Mann, ob ich mir eine Beziehung mit ihm vorstellen könnte - ich weiß es noch genau, wie wir im Café saßen und kaum einen Bissen runterkriegten, weil alles so aufregend war, und ich werde sicher nie vergessen, dass er zu mir sagte: "Ich möchte dich glücklich machen!"

Ja, das zeichnet meinen Mann absolut aus: dass für ihn mein Glück und meine Zufriedenheit an erster Stelle stehen. In allen Dingen unterstützt er mich, auch wenn sie für ihn manchmal unverständlich oder gar schwer sind - als ich nach dem Abitur für ein dreiviertel Jahr nach Kenia ging, hielt unsere Beziehung das aus, und auch bei meinem (obligatorischen) Auslandssemester stand er mir mit Rat und Tat zur Seite.
Niemals macht er mir Vorwürfe, niemals wird er ungerecht, niemals lässt er mich im Stich.

Er ist der Ernährer unserer Familie und übernimmt trotzdem noch Aufgaben im Haushalt. Für die Kinder und für mich ist er immer da, zuverlässig, selbstlos und voller Humor.
Eine besondere Stütze war er für mich nach der Geburt unserer Großen, als ich mit Depressionen zu kämpfen hatte und überhaupt nicht klar kam. Er fuhr unser schreiendes Baby nachts spazieren, bis es endlich einschlief. Er ermöglichte mir kindfreie Stunden (und tut das bis heute, ohne dass ich mir irgendwelche Gedanken machen muss!), er hielt mein Weinen aus, er kam von der Uni nach Hause, wenn ich verzweifelt war.

Kein einziges Mal hat er bisher unseren Jahres- oder Hochzeitstag vergessen! Auch zum Valentinstag bekomme ich von ihm Blumen, und natürlich zwischendurch.
Als ich heute früh in die Küche kam, hatte er die Spülmaschine ausgeräumt (und das, obwohl er immer so früh los muss!) und mir ein kleines Geschenk hingelegt: neue Buntstifte :) Er kennt mich einfach und weiß, was mir gefällt.

Seine Hilfsbereitschaft haben schon viele Menschen erfahren. Wenn es Umzüge zu meistern gilt oder eine ältere, alleinstehende Dame ihr Wohnzimmer gestrichen haben möchte - mein Liebster ist zur Stelle. Er engagiert sich im Freundeskreis und in der Gemeinde, ist großzügig und geht auch mal an sein Limit. Auf der Arbeit ist er sehr geschätzt dafür, dass er ein ausgleichendes Naturell hat und für guten Zusammenhalt und gute Stimmung sorgt.
Und ich muss wirklich sagen: Sein Humor ist einmalig! Bisher hat er es immer geschafft, mich wieder zum Lachen zu bringen!

Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir uns in vielen Dingen so gut ergänzen! Zum Beispiel ist mein Mann gut darin, auf andere Menschen zuzugehen und sie in eine Gruppe zu integrieren - meine Stärke liegt eher darin, bestehende Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Ich habe viele Ideen, Träume und Wünsche - mein Liebster hat einen langen Atem und sorgt dafür, dass angefangene Projekte auch zu Ende gebracht werden.
Manchmal empfand ich unsere Unterschiedlichkeit als Hindernis - mittlerweile weiß ich, dass wir in unserer Ehe beides brauchen: Gaspedal und Bremse. Wenn wir uns mit den Gaben dienen, die wir empfangen haben, läuft es am besten!

Da wir schon ziemlich viele Jahres-, Hochzeits- und Geburtstage miteinander erlebt haben, ist es nicht immer so einfach, ein originelles Geschenk für den anderen zu finden. Dieses Jahr hatten wir ausgemacht, am Abend miteinander zu kochen (wir wollen den Pulled Chicken Burger von Miriam ausprobieren!) und uns nicht weiter zu beschenken, aber nun hat mein Mann sich nicht an die Verabredung gehalten ;) Deshalb habe ich heute Vormittag für ihn eine kleine Aufmerksamkeit gebastelt (wenn man das überhaupt "basteln" nennen kann...).
Schokolade geht bei ihm immer! In diesem Fall entschied ich mich für dreizehn Ferrero-Küsschen, die ich gemeinsam mit dreizehn Dingen, die ich an ihm liebe, in Seidenpapier wickelte. Ganz einfach und doch schön :)

Ach, es tut gut, sich zwischendurch immer wieder auf das zu besinnen, was man am anderen liebt! Als ich die kleinen Zettelchen für sein Geschenk schrieb, fiel es mir zunächst schwer, einzelne Punkte zu formulieren, die ich an meinem Mann mag - aber nach einer Weile kam meine Hand den Gedanken kaum noch hinterher und ich hätte nach dem dreizehnten Zettel noch locker weitermachen können...
Ja, es gibt unzählige Gründe, warum ich meinen Liebsten toll finde.
Unzählige Dinge, die ich an ihm schätze.
Grenzenlose Dankbarkeit und Liebe - die empfinde ich gerade.
Und Vorfreude auf heute Abend! :)












Freitag, 24. Februar 2017

Hoffnung und Apfeltraum





HOPEISNOWHERE – als ich diesen neuen WhatsApp-Status eines meiner Kontakte las, erschrak ich: Hope is nowhere?! Es gibt keine Hoffnung, nirgendwo?! 
Dieser Satz passte so gar nicht zu seinem Verfasser, den ich als einen brennenden Jesus-Nachfolger kenne. Was war los?
Dann schaute ich nochmal hin, denn ich konnte das einfach nicht glauben, und plötzlich entdeckte ich in der Aneinanderreihung von Buchstaben noch eine zweite Lesart: Hope is now here.  
Hoffnung ist JETZT. HIER.
Das ergab nun einen Sinn. Ich war erleichtert.
Und unglaublich ermutigt!

Was für eine großartige Aussage: Wenn alles hoffnungslos erscheint, lohnt sich ein zweiter Blick.
Die Hoffnung ist jetzt hier.
Schau genau hin!

Manchmal sind wir verzweifelt, weil die Probleme sich über uns auftürmen und wir das Gefühl haben, wir könnten nichts tun.
Manche Situationen sind so verfahren, dass wir keinen Ausweg sehen - Beziehungen zerbrechen vor unseren Augen und wir sind einfach nur hilflos.
Manchmal reicht die Kraft nicht aus. Aufgaben bleiben liegen, dabei "müssen" wir doch...
Erwartungen bleiben unerfüllt, Sehnsüchte wachsen himmelhoch - und nichts passiert.  
Hope is nowhere...

Wirklich?

Ich entscheide mich hier und heute, die Hoffnung zu suchen und zu finden.
Wenigstens einen kleinen Krümel.
Die leise Stimme zu hören, die mir zuflüstert: Ich bin bei dir!

Ich entscheide mich hier und heute, das Gute zu suchen und zu finden.
Kleine Erfolge zu feiern und kleine Katastrophen wegzulachen.
Für die Liebe zu kämpfen, und für nichts sonst... 
weil so viele Kämpfe sich nicht lohnen.

Ich entscheide mich hier und heute, das Licht zu suchen und zu finden.
Denn die Sonne scheint, auch wenn ich sie nicht sehe,
und Jesus ist da, auch wenn ich ihn nicht spüre.

Ich entscheide mich heute und hier, den Mut zu suchen und zu finden.
Für mich selbst und für die, die um mich herum mutlos sind.
Denn es gibt so vieles, das die Hoffnung nährt - 
und es gibt den Einen, der unsere Hoffnung ist!

Ein kleines Gedicht von Hans-Joachim Eckstein fällt mir dazu ein:

Hoffst du noch oder schon?

Der Volksmund sagt:
"Die Hoffnung
stirbt zuletzt",
und will damit
andeuten, dass
wir Menschen auch
dann noch an einer
Wunschvorstellung
festhalten wollen,
wenn eigentlich schon
alles verloren ist.

Der Glaube spricht:
"Die Hoffnung
lebt als Erstes!",
und begreift damit,
dass in der auf Christus
gegründeten Hoffnung
schon alles gerettet ist,
lange bevor wir selbst
es uns vorstellen
oder auch nur 
wünschen können.

 



Was mir außerdem Hoffnung schenkt?
Ein fröhliches, entspanntes Beisammensein mit meiner Familie und mit Freunden bei einem guten Essen. Letzte Woche hatte mein Liebster Geburtstag und für seine Feier machte ich Apfeltraum zum Nachtisch.
Dieses Dessert bereite ich nach einem richtigen Familienrezept zu – ich habe es von der Schwester meiner Oma bekommen, schon vor einigen Jahren. Seitdem gehört er zu meinem Standardrepertoire, und ich habe noch niemanden getroffen, der ihn nicht mochte ;)

Also, wie wär’s: Am Wochenende eine große Schüssel Apfeltraum, gemeinsam genossen mit lieben Gästen – und hoffnungsvoll in die neue Woche schauen! :)


Apfeltraum (für 6-8 Personen)

Ihr braucht:
1 Packung Löffelbisquits
1 großes Glas Apfelmus (oder Apfelmark, am besten selbstgemachtes!)
250g Magerquark
250g Mascarpone
100g Zucker
100ml Milch
1 Becher Schlagsahne

Zimt und Zucker zum Bestreuen

So geht’s:
Den Boden einer großen, flachen Auflaufform mit 1 Packung Löffelbisquits auslegen (oder die Bisquits auf kleine Schüsseln verteilen, das sieht auch schön aus).



Das Apfelmus auf den Löffelbisquits verteilen und glatt streichen.



Magerquark und Mascarpone mit dem Zucker und der Milch verrühren. Die Sahne steif schlagen und unterheben.
Die Quarkmasse auf dem Apfelmus verteilen.



Den Apfeltraum mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
Kurz vor dem Servieren mit Zimt und Zucker bestreuen.


Guten Appetit!
Ein hoffnungsvolles Wochenende wünsche ich euch!





Montag, 20. Februar 2017

Do more of what makes others happy





Wow, jetzt ist mein letzter Post tatsächlich schon zwei Wochen her! Wo ist nur die Zeit geblieben? Unser Februar war bisher ziemlich voll, und wenn ich mal die Gelegenheit zum Schreiben hatte, kamen die Worte nicht. Großes Schweigen auf dem weißen Blatt. Da habe ich dann lieber gezeichnet und gemalt und mich auf Instagram rumgetrieben (schlimm ist das!)…
Aber manchmal ist das so: Wochenlang weiß ich nicht so recht, was ich schreiben soll/will/kann, und dann macht es auf einmal Plopp und die Gedanken sprudeln nur so. Das, was unter der Oberfläche passierte, von mir selbst unbemerkt, möchte schließlich doch ans Licht kommen.

Oft gibt es dafür irgendeinen Auslöser. Diesmal war es dieser kluge Text von Katha. Sie schreibt darüber, wie angesagt der Satz „Do more of what makes you happy“ gerade ist und warum sie viel mehr dafür plädiert, sich den Bedürfnissen anderer zuzuwenden, anstatt sich ständig um sich selbst zu drehen. Do more of what makes others happy.  Ganz einfach eigentlich.

Dieser Satz war ein Volltreffer. Er ging mitten rein in mein egoistisches Herz.
Das tat erst einmal weh, weil ich erkannte, wie selbstbezogen ich bin und dass ich schon viel zu lange meine eigenen Bedürfnisse an erste Stelle gestellt habe: Ich brauche mehr Zeit für mich, ich will jetzt meine Ruhe, es soll sich jemand um mich kümmern, wo bleibe ich
Es geht mir dauernd darum, dass ich meine Freiheiten habe, genug Ruhe und kreativen Input bekomme, dass ich die Kinder an ihren Papa abgebe und tun und lassen kann, was mich glücklich macht.
Ja, Ich halse meinem Mann zu viele Aufgaben auf, die ich genauso gut selbst erledigen könnte.
Mir geht meine Zeit für mich über alles und es fällt mir schwer, einmal darauf zu verzichten.
Ich unterbreche andere, wenn wir uns unterhalten.
Anstatt Zeit mit meinen Lieben zu verbringen, verkrieche ich mich in „mein“ Zimmer, um das zu tun, worauf ich gerade Lust habe…
Die Liste ließe sich noch eine Weile so fortführen.
Ja, ich bin ziemlich gut darin, das zu tun, was mich glücklich macht.
Ein zweifelhaftes Talent.

Als ich Kathas Gedanken und Vorschläge las, wurde ich wieder daran erinnert, was für ein Mensch ich eigentlich sein möchte – und wozu wir eigentlich berufen sind!
So folgte auf den ersten Schock, auf die Scham über mein Versagen (wieder und wieder…), ein Gefühl von Befreiung. Die Wahrheit macht uns frei. Sie macht uns frei von uns selbst und für den anderen. Do more of what makes others happy ist für mich zu einer Art Mantra geworden, zu einem leisen Erinnerer in meinem Kopf, der mich immer wieder anstupst und herausfordert: Was würde deinen Mann/ deine Kinder/ deine Gäste… jetzt gerade glücklich machen? Was kannst du dazu beitragen, dass es deinem Gegenüber besser geht? Was kannst du tun, was kannst du geben, was kannst du lassen?
Und dann lege ich tatsächlich mein Buch weg und spiele mit den Kindern noch eine Runde „Lotti Karotti“ (dieses Spiel ist bei uns gerade der absolute Hit!).
Und ich bringe den Müll runter, obwohl das eigentlich nicht meine „Aufgabe“ ist. Die ganze Woche lang.
Und ich verbringe den Abend mit meinem Mann, anstatt eine weitere Seite meines Skizzenbuches zu füllen.

Das ist wirklich gut.
Ich möchte weitergehen, mit diesem Satz in meinem Kopf, auch über die Schmerzgrenze hinaus. Bisher hat mich die Umsetzung meines neuen Mottos noch nicht viel gekostet…

Do more of what makes others happy hilft mir auch in Bezug auf meine total vagen und ständig schwankenden Zukunftspläne. Immer ging es für mich nur darum, den „idealen“ Job für mich (und natürlich auch unsere Familiensituation) zu finden: Ich wollte alle meine Träume verwirklichen, alle meine Fähigkeiten zur vollen Geltung bringen können… ach, das stresste mich! Ja, Selbstzentriertheit ist wirklich eine Last. Sie aufzugeben, kommt einer großen Befreiung gleich; das ahne ich mehr und mehr.
Do more of what makes others happy ist mehr noch als eine Grundeinstellung eine Lebensaufgabe. Ich kann dabei meine Gaben und Fähigkeiten einbringen – aber eben nicht völlig selbstzentriert und somit sinnentleert, sondern zum Wohl anderer. Ich habe eine Aufgabe gesucht – und gefunden.
Seit ich Kathas Text gelesen habe, hat der Druck deutlich nachgelassen und ich bin wieder zufriedener.
(Hab vielen Dank dir für das Teilen deiner Gedanken, liebe Katha!)

Vielleicht findet ihr dieses Motto auch so wichtig wie ich - dann habe ich heute etwas für euch! 
Eine kleine Gedächtnisstütze, die ihr euch irgendwo gut sichtbar aufhängen könnt.
Dieses Handlettering habe ich extra für euch angefertig. Ihr könnt es speichern und ausdrucken und gern auch weiterschenken, wenn ihr mögt:



Lasst uns gemeinsam unterwegs sein, mit dem Ziel, Jesus nachzufolgen und im Leben unserer Mitmenschen Gutes zu bewirken!
Seid gesegnet, ihr Lieben!
Und viel Freude mit dem Handlettering (ich hoffe, es macht euch so richtig glücklich ;))!



Montag, 6. Februar 2017

Mut am Montag





Es war kein guter Start in den Tag: Leichte Bauchschmerzen kündigten mir die nächste Periode an. Also doch kein Oktoberbaby.
PMS und Enttäuschung gingen eine unheilvolle Verbindung ein – die Leidtragenden waren mal wieder meine Kinder, deren Mama schon kurz nach dem Aufstehen ungeduldig und leicht reizbar war, die den Kleinen in seinen Schneeanzug zerrte und auf dem Weg zur Kita in Tränen ausbrach.
Schmerzhafte Gedanken schießen durch meinen Kopf: „Es ist schon ganz richtig, dass du kein drittes Kind bekommst! Das ist die Strafe dafür, dass du eine so schlechte Mutter bist…“

Auf dem Heimweg fühlte ich mich plötzlich besser. Trotz und ungewohnte Energie stiegen in mir auf. Dann eben nicht, ich kann auch ohne ein drittes Kind glücklich werden! Ich blieb sogar meinem Vorsatz treu, einmal am Tag den Aufzug rechts liegen zu lassen und die sieben Stockwerke per Fuß zu erklimmen. Ich wollte mich nicht noch schlechter fühlen, weil ich gekniffen habe…
Beim Frühstück schlug ich die Losungen auf:

„Was hast du, das du nicht empfangen hast?
Wenn du es aber empfangen hast,
was rühmst du dich dann,
als hättest du es nicht empfangen?“
(1.Korinther 4,7)


Wie überaus passend an diesem Tag!
Mich erinnert der Vers daran, dass es beim Kinderkriegen nicht um Leistung geht – ich muss nicht „funktionieren“, muss  nicht „liefern“! Vielmehr habe ich meine beiden Kinder aus Gottes Hand empfangen, einfach so, weil er es wollte. Er hat sie mir anvertraut, ohne mein eigenes Zutun.
Wenn ich jetzt nicht empfange, ist das nicht meine „Schuld“, sondern es gilt im Umkehrschluss, dass Gott mir diese Gabe zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuteilwerden lassen möchte. Aus welchen Gründen auch immer.

Und während ich weiter darüber nachdenke, wird mir bewusst, dass ich ja jeden Tag so viel empfange, weit über die „Empfängnis“ hinaus! Ja, ich habe zwei Kinder, aber selbst ohne sie habe ich in meinem Leben bereits unendlich viel empfangen, und empfange täglich so viel.

Ich muss also nicht so tun, als hätte ich nicht empfangen. Das entspricht nicht der Wahrheit.

Heute habe ich schon all das bekommen:

erholsamer Schlaf ohne Unterbrechungen
(alle Mamis wissen, was das allein für ein Geschenk ist!)
einen Mann, der extra früh aufsteht, damit er abends früher zu Hause ist
einfaches Aufstehen
eine warme, schöne Wohnung
Wasser aus dem Wasserhahn
Gesundheit
Auswahl an Kleidung und Schmuck
gesunde, fröhliche Kinder
warme Kleidung für die Kinder
einen sicheren, guten Ort für meine Kinder mit engagierten, liebevollen Erzieherinnen
Sicherheit und Bewahrung unterwegs
Frühstück
Ruhe
Zeit für mich
eine Waschmaschine
eine Spülmaschine
meine Bibel
die Fähigkeiten, zu lesen und zu schreiben,
und mir Gedanken über mein Leben zu machen
die Beziehung zu Jesus
Freundinnen, denen ich depressive Kurznachrichten schicken darf
Frieden in diesem Land
Vergebung für meine Schuld
Trotz und Elan


Ich will nicht länger die Lügen glauben, die in meinen Gedanken aufploppen und mich zerstören wollen.

Es ist eine Lüge, dass ich nicht „empfangen“ kann.
Die Wahrheit ist, dass ich Tag für Tag unendlich viel Gutes von Gott empfange.
Das ist genug.
Es ist eine Lüge, dass ich eine „schlechte“ Mutter bin.
Die Wahrheit ist, dass ich an meinen Kindern schuldig werde, immer wieder.
Die Wahrheit ist auch, dass Vergebung und Veränderung möglich sind, bei Jesus.
Jeden Tag neu, und wenn nötig, noch viel öfter.


Ich wünsche euch eine gesegnete Woche!